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Sportsch. Grünwald

24. Mai bis 3. Juni 1954 / Anreise am 11. Juni nach Spiez

Von den ursprünglich 40 benannten Spielern wurden 29 von Herberger zum abschließenden Lehrgang , der vom 24. Mai bis 3. Juni in der Sportschule Grünwald bei München stattfand. Herberger hatte die schwere Aufgabe bis zum 6. Juni sein endgültiges deutsches Aufgebot für die Weltmeisterschaft zu benennen. Ferner musste seiner Meinung nach im Anschluß an eine lange Saison die Kondition gefördert und gleichzeitig Taktiklehre betrieben werden. Herberger nutzte für seinen Taktikunterricht auch erstmals die Vorführung von Filmstreifen. Neben dem Training mit den neuen, steinharten Welt-meisterschaftsbällen, dem Test des Adidas Schraub-stollenschuhwerks und bewusster Ernährung, wurde nichts dem Zufall überlassen. Ebenso fand noch ein Testspiel gegen die Ligamannschaft des FC Bayern München (2:2) statt, um das Team unter Wettkampfbedingungen zu testen.

Autogrammpostkarte - geschrieben von Berni Klodt “Vom Lehrgang sendet Ihnen die National - Mannschaft aus München freundliche Grüße”

Aufgrund der Eindrücke und Erfahrungen die der Lehrgang brachte, in dem Herberger seinen Männern viel abverlangt hatte, fiel schließlich die sicher schmerzliche Entscheidung, daß folgende Spieler würden zuhause bleiben müssen: Baumann, Deinert, Gottinger, Harpers, Röhrig, Schäfer und Weilbacher. Am 10. Juni trafen sich die 22 Auserwählten sowie 6 Betreuer, unter ihnen Sportarzt Dr. Loogen und Masseur Erich Deuser in der Sportschule Schöneck, um schließlich am 11. Juni mit der Bahn, dem „Rheinblitz“ von Karlsruhe nach Basel zu fahren.

Von dort ging die Fahrt mit einem Schnellbus über Bern, wo man das Wankdorfstadion, Schauplatz des bevorstehenden Spiels gegen die Türkei kurz inspizierte und dann eine Fahrstunde weiter nach Spiez reiste. Hier bezog man Quartier im Hotel Belvedere, das mit seinem großen Park, weiten Wiesen, Uferwegen und eigenem Badestrand direkt am Thuner See gelegen, ideale Trainings- und Regenerationsbedingungen bot. Albert Sing, der in der Schweiz lebende Altinternationale der Stuttgarter Kickers, hatte dieses optimale Domizil für den DFB – Tross ausfindig gemacht und dieses quasi den Ungarn vor der Nase weggeschnappt. Diese logierten dann zwangsweise mitten im Zentrum von Solothurn im Hotel Krone. Neben ruhestörendem Straßenlärm fuhren die Ungarn mit dem schweren Mercedes von Sebes im Pendelverkehr zum Trainingsgelände. Beim Ausgehen, das zumeist in Gruppen stattfand, befanden sich die Ungarn mitten in Solothurn und damit permanent der Belästigung durch Autogrammjäger und Fans ausgesetzt. Die Deutschen hingegen belegten 44 Betten, zu einem Zimmerpreis von 16 SFr. wie einem Schweizer Reiseführer zu entnehmen war und genossen in der Freizeit das einmalige Ambiente am Thuner See. Bis hin zur Belegung der Doppelzimmer wurde von Herberger alles minutiös durchgeplant.

Hall of Fame des deutschen Fussballs

 

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