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Fritz Walter

"Der Erfinder von Kaiserslautern"


In der Nacht des berühmten Boxkampfes (1936) zwischen Max Schmeling und Joe Louis holte „Alt - Walter“ wie der Vater von Fritz Walter genannt wurde, seine Söhne Fritz, Ottmar und Ludwig aus den Betten ans Radiogerät. Er erzählte ihnen, dass man nur mit dem Boxen reich werden könne, mit Fußball jedoch keinesfalls. Zum Glück hat sich Fritz Walter (geboren am 31.10.1920) nicht sonderlich davon beeindrucken lassen. Er war später mit Max Schmeling gut befreundet und aus seinem Bruder Ottmar wurde sogar noch ein respektabler Boxer. Fritz Walter litt in seinen Jugendjahren ständig an Untergewicht. Deshalb erhielt er in Gestalt der Metzgerei Speyerer in Kaiserslautern seinen erster „Sponsor“. Dort durfte er immer am reichlich gedeckten Tisch essen und dadurch schnell sein adäquates „Kampfgewicht“ erreichen. Er fuhr damals frühmorgens mit dem Fahrrad auf den Betzenberg und trainierte eine Stunde. Anschließend „duschte“ er in einer kleinen Wanne in der Küche seiner Eltern und fuhr dann zur Sparkasse zur Arbeit. Am späten Nachmittag nach der Arbeit folgte dann das „richtige“ Training. Sein fußballerisches Naturtalent und sein Fleiß machten aus ihm einen Ausnahmespieler, welcher bereits zu Jugendzeiten in Kaiserslautern ein Star war. Der Kioskbesitzer unweit seines Elternhauses schloss mit ihm damals eine Vereinbarung in der Form ab, dass der junge Fritz Walter für jedes Tor eine Tafel Schokolade bekommen sollte. Vor dem Krieg war eine Tafel Schokolade ziemlich teuer und als Fritz Walter geraume Zeit später bei einem Spiel 7 Tore erzielte, kündigte der Kioskbesitzer diese Vereinbarung nach Auszahlung von 7 Tafeln Schokolade gleich wieder auf. Entdeckt wurde er vom einstigen Nationalspieler Karl Hohmann. Als dieser Sepp Herberger auf „sein“ Talent aufmerksam wollte, zeigte ihm dieser grinsend den Eintrag F.W. in seinem berühmten Notizbuch. Den Augen des Coachs war Fritz Walter natürlich auch nicht verborgen geblieben. Es dauerte dann nur noch knapp ein Jahr, bis er von Herberger die Nominierung in die Nationalmannschaft erhielt. Gleich bei seinem ersten Länderspiel 1940 in Frankfurt überzeugte er seinen Trainer derart, dass er bis 1958 in der Nationalmannschaft verbleiben durfte. Als der zweite Weltkrieg nach 1942 keine Länderspiele mehr zuließ, sorgte Herberger dafür, dass er beim Militär zur Fußballgruppe „Rote Jäger“ von Hermann Graf kam. Nach Kriegsende verhalf ihm der Fußballsport zur frühzeitigen Entlassung aus der russischen Gefangenschaft. Bereits 1945 kehrte er nach Kaiserslautern zurück und musste sich dann zwischen seinem Arbeitgeber Sparkasse Kaiserslautern und dem 1. FCK entscheiden. Er rang sich für den Club durch und musste dafür zuerst einmal den Betzenberg von den Franzosen zurück bekommen. Bei einem der Spiele auf dem altehrwürdigen Betzenberg sah er seine spätere Frau Italia erstmals auf der Tribüne. Es war Liebe auf den ersten Blick. Sie heirateten 1948 und führten bis zu ihrem Tod Ende 2001 eine mustergültige Ehe. Fritz Walter und Sepp Herberger haben sich zeitlebens gesiezt. Herberger hatte ihn immer mit dem Vornamen „Friiiitz“ gerufen. Er war Ehrenspielführer der Nationalmannschaft und wurde mit seinem Verein dem 1. FCK 1951 und 1953 deutscher Meister. Er absolvierte zwischen 1940 und 1958 insgesamt 61 Länderspiele. Fritz Walter starb während der WM 2002 am 17. Juni 2002 in seinem Haus in Enkenbach-Alsenborn.

Hall of Fame des deutschen Fussballs

 

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